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title: decrevimus

Die im weiteren Text der Quelle angeführten Bedingungen für die gegnerischen Bischöfe könnten nicht entgegenkommender sein. Allein diejenigen, die Symmachus nicht anerkennen wollen bzw. ihm keine Genugtuung leisten (so ist praeter conscientiam papae Symmachi zu verstehen), sollen als Schismatiker bestraft werden, was gleichbedeutend mit der Exkommunikation war. Wie satisfaciens zu verstehen ist, wird greifbar in dem Schreiben des römischen Diakon Johannes vom 18. September 506 an Symmachus, der bekennt, dass er sich von der Kirche getrennt hatte und darum bittet, wieder aufgenommen zu werden, da er es im Nachhinein gutheißt, dass der ehemalige visitator Petrus von Altinum verdammt wurde (s. Liber pont. §4) verdammt wurde: 

Libellum Iohannis diaconi, quem obtulit sancto papae Symmacho.

Caelius Iohannes diaconus ecclesiae Romanae, qui me ad tempus ab ecclesia separavi, agnoscens errorem meum spero misericordia beatitudini vestrae et reintegrari me unitati, consentiens, qua veneranda synhodus indicavit atque constituit, anathematizantes Petrum Altinatem et Laurentium Romanae ecclesiae pervasorem et scismaticum. Quodsi aliquando similia adtemptavero in ea causa, de qua venia ab apostolatum vestrum merui, tunc ecclesiasticae subiaceam ultioni. Quod manu mea praescribtum obtuli sub die XIIII Kl,rum Octobr. Fl. Messala v. c. consule (Thiel, S. 697 Nr. 8). Das Schreiben ist bezeichnenderweise im Codex Vaticanus Reginae Nr. 1997 (A) hinter die Akten der Synode von 499 angefügt. 

Caspar, Päpste 100 verweist auf die Widersprüchlichkeit der Rekonzilation durch die Synode, da diese eigentlich Symmachus selbst hätte anordnen müssen. Caspar sieht die milde Form der Versöhnung als eine Folge der unsicheren Lage an. Er nimmt an, dass die Palmsynode zu Beginn 115 Teilnehmer hatte (zu dieser Zahl, die nicht dem Protokoll selbst entnommen werden kann, s. Liste_Palmsynode. Da das Protokoll nach dem Freispruch für Symmachus von nur 76 Bischöfe unterschrieben wurde, wären das 39 Bischöfe weniger als zu Beginn des Prozesses im Frühjahr, wenn die Zahl aus dem Liber-pont_lat vertrauenswürdig ist. Da das Protokoll nicht die Unterschriften der Presbyter (zuständig für den Gottesdienst in den Titularkirchen) und der Diakone verzeichnet, kann das als Indiz dafür gelten, dass der römische Stadtklerus nicht voll hinter Symmachus stand.