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title: iussioni vestrae

In Praeceptio IV § 6.1 schreibt Theoderich, dass er den Fall ganz an die Bischöfe abgegeben habe und diese nun frei in ihrem Urteil seien. Der Fall soll nun ohne Parteilichkeit entschieden werden und es soll ein gerechtes Urteil gefällt werden, damit in Rom wieder Friede herrsche. Die Aussage iussioni vestrae, von dem die Bischöfe behaupten, dass sie ihm nachgekommen seien, verbunden mit der, dass sich Symmachus trotz mehrmaliger Aufforderung geweigert habe, zur Synode zu kommen, klingt so, als ob Theoderich den Befehl (iussioni vestrae) gegeben haben, dass Symmachus zu dem Prozess kommen solle.
In der Praeceptio IV §7 weisst allerdings nichts daraufhin, dass es Theoderich wichtig gewesen sei, dass Symmachus anwesend ist. Statt dessen bezieht sie sich nur auf den ausdrücklichen Wunsch der Bischöfe, die die Anwesenheit des Symmachus zur Voraussetzung für ihr Urteil gemacht hätten. Daher habe Theoderich seine hohen Hofbeamten Gudila und Bedeulfus nach Rom geschickt.