Ennodius, ep. 4, 1_dt

Ennodius an den Bischof Symmachus

Es ist die Aufgabe eines guten Generals, die kampferprobte Tüchtigkeit eines Soldaten anzustacheln, damit seine Tapferkeit, eingeladen durch das Futter des Lobes, in nachfolgenden Kämpfen das Streben nach Leben vergisst. Wessen Kraft wird nicht genährt durch das Lob des Feldherrn? In welchen Kämpfen würden sich selbst die weniger starken Glieder eines Rekruten verweigern, wenn er durch das Zeugnis seines Vorgesetzten sieht, dass für ihn nicht verloren ist, was er geleistet hat. Der einzige Weg, auf dem die Kampfbereitschaft wächst, ist, wann immer das Vergessen nicht die guten Taten zerstört.2. Möge die Gottheit (divinitas) durch eure Gebete bewegt diesem teuflischen Kampf ein Ende setzen. Möge sie meine Hingabe im Frieden sichtbar machen, damit die Eintracht den Gehorsam jenes bestimmt, dessen Eifer die widrigen Umstände offenbart haben. Eine von eurem Bruder unterrichtete Gesandtschaft wurde an Bischof Marcellianus geschickt. 3. Aber was er erreicht hat, hat er selbst zurückgeschrieben. Was bleibt noch übrig? Nachdem ich die Pflichten des Grußes dargereicht habe, bete ich, dass Ihr mit dem ärztlichen Gebet heilt, was krank ist, und dass ihr mitten in der Abgeschiedenheit der verborgenen Krankheiten den Irrtum mit dem geistigen Schwert herausschneidet, der zum allgemeinen Verderben bewahrt wird. Lebe wohl