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title: nec ante dictae sedis antistitem minorum subiacuisse iudicio in propositione simili facile forma aliqua testaretur

Die Grundaussage der norditalischen Bischöfe vor Theoderich ist, dass es keine Tradition und keinen Präzedenzfall dafür gebe, dass der Bischof von Rom von anderen Bischöfen, die ihm dem Rang nach unterlegen sind, verurteilt wird. Dieses Argument ist sicher auf Gelasius I. zurückzuführen, der von einem päpstlichen Jurisdiktionsprimat auch gegenüber Konzilsbeschlüssen spricht. Von dieser Jurisdiktionsgewalt leitet Gelasius I. ab, dass der Papst vor keine Versammlung zitiert werden dürfe (ep.10, 5, ed. Thiel, 344) vgl. die Behauptung des Gelasius mit dem fiktiven Protokoll der Silvestersynode in den sogenannten symmachianischen Fälschungen, wo beschlossen wird, dass niemand das Recht habe, den römischen Bischofssitz zu verurteilen: „Nemo enim iudicabit primam sedem: quoniam omnes sedes a prima sedeiiustitiam desiderant temperari. Neque ab Augusto, neque ab omni clero, neque a regibus, neque a populo iudex iudicabitur, Wirbelauer, Zwei Päpste, 246, 205-207. Im Libellus contra synodum wenden die Gegner des Symmachus ein, warum die Synode dem Papst eine strikte Vorladung zu der Synode gesandt habe, wenn der Papst doch durch die Synode nicht verurteilt werden dürfe, s. Libellus §32.

forma kann im iuristischen Sinn soviel wie lex bedeuten Sinn und hier soviel wie ‚Erlass‘. (TLL 1912-1916, 6,1, IIB, Sp. 1080).