Pro diebus paschalibus
Hier ist die Frage, um welches Osterfest es sich handelt. Es könnte das Osterfest des Jahres 501 gemeint sein, was bedeuten würde, dass in Rom im Jahre 501 zweimal Ostern gefeiert wurde: am 25. März und am 22. April, da dies der Tag war, der nach alexandrinischer Berechnung der errechnete Ostersonntag war. (S. Krusch, Studien zur christlich-mittelalterlichen Chronologie). Caspar, Päpste II, 93 geht davon aus, dass die Gegner des Symmachus die Feier eines zweiten Osterfestes erwirkt hätten und hält unter Bezug auf Liber Pontificalis die Senatoren Festus und Probinus für diejenigen, die von Theoderich d. Gr. einen visitator gefordert hätten, um am 22. April Ostern zu feiern. Allerdings wird im Liber Pontificalis die Ernennung eines visitiators nicht mit einer zweiten Osterfeier verbunden, so dass es sich bei den zwei Osterfesten im Jahr 501 um eine These Caspars handelt. Für die Ernennug eines visitators hatte gab es am Königshofe für diesen Fall einen Vorgang in der Maßregel des Kaisers Honorius anläßlich der römischen Wahlwirren von 419 (s. Caspar, Päpste I, 362f.: „auch damals gab die bevorstehende Osterfeier den unmittelbaren Anlaß zu der Maßnahme“).
In den fiktiven Silvestersynoden der symmachianischen Fälschungen wird bezeichnenderweise Victorius dafür verurteilt, Wirbelauer, 2 Päpste, S. 234, 80-91, da durch seine Berechnungen das Osterfest im Jahre 501 auf den 22. April fallen würde. Es störte die Fälscher offenbar nicht, dass der Archidiakon den Kleriker Vitorius von Aquitanien erst 457 damit beauftragt hatte, einen Osterzyklus zu erstellen, der den sich als unbrauchbar erwiesenen 84- Zyklus ablösen sollte.
Pfeilschifter, Theoderich, S. 74 argumentiert, dass es sich um das Osterfest von 502 handeln muss und dass daher auch die Palmsynode 502 stattgefunden hat. Schwartz, Akak., S. 231f. nimmt an, dass Symmachus aus „Nachlässigkeit oder Unwissenheit“ das Osterfest 501 nach dem bereits durch den Paschale des Victorius abgelösten 84-jährigen Zyklus am 25. März gefeiert hatte, die oberitalischen Provinzen jedoch, die Rom nicht unmittelbar unterstanden, das Fest nach dem Paschale des Victroius am 22. April gefeiert haben, was mit den alexandrinischen Osterberechnungen zusammenfiel. Das nur in Rom gefeierte Ostern am 25. März wurde von den Gegnern Symmachus als skandalös empfunden und daher beim König angezeigt. Nach Schwartz, Akak, 232 wurde der visitator von Theoderich für die Osterfeier des Jahres 502 eingesetzt, das am 14. April gefeiert wurde.