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  1. Bericht der Bischöfe an den König

Wir danken Gott, der die Herzen der Könige mit der Hand seiner Treue (pietas) lenkt und mäßigt, weil es von ihm selbst kommt, was eure Milde nach ihrer Art in äußerst maßvollen Anordnungen durch die maiores domus Gudila und Bedeulf, sublimes viri, aufzeigt. Denn auf diese Art bewirkt der Herr des Himmels, daß die Herrscher (principes), die er liebt, milde sind, und den­je­nigen, denen die Gottheit gewogen ist, befiehlt sie, in allen Rechtsfällen ihren Aufträgen zu gehorchen, denn es steht geschrieben, was Gott spricht: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“, was als etwas Gutes zu verstehen ist.
Deswegen wollten wir mit aller Zuneigung und jedem Gehor­sam eurem Befehl gehorchen und schickten an den Papst (papa), der belangt wurde, vier Mal unsere Mitpriester aus der zweiten Synode, daß er vor Gericht erscheinen solle. Er beteuerte jedoch, daß er sich unserem Verhör unmöglich stellen könne, wobei er uns auftrug:
‘Als ihr erstmals nach Rom zu eurer Versammlung kamt, bin ich ohne Zögern losgeeilt und habe meine Vorrechte (privilegia) dem Willen des Königs untergeordnet und der Synode Vollmacht erteilt, wie es der Ordnung der Kirche entspricht. Ich habe ordnungsgemäß die Wieder­herstellung der Kirchen gefordert. Aber ihr habt nichts für mich getan. Als ich danach kam, bin ich mit meinem Klerus grausam zerfleischt worden. Noch einmal vertraue ich mich eurer Prüfung nicht an.
Es liegt in der Macht Gottes und unseres Herrn König zu verfügen, was er meinetwegen für richtig befindet.’
Wir haben dennoch Bischöfe gemeinsam mit dem maior eures Hauses, dem inlustris vir Arigernus, an ihn geschickt, und er wird in seinem eigenen Bericht melden, was er ihnen geantwortet hat.
Wir teilen dem erlauchtesten Herrn jedoch mit, daß uns nichts mehr übrig geblieben ist, was wir tun können, und ihn auch nicht gegen seinen Willen zu unserem Rechtsstreit bringen lassen können, da ihm selbst durch die canones die Appellationen aller Bischöfe anvertraut sind: Wenn er selbst appelliert, was wird dann zu tun sein? Wir sind auch nicht in der Lage, ein Urteil gegen einen Abwesenden zu fällen und denjenigen auf die Stelle einer dem Gericht trotzenden Person (contumax) zu verweisen, der erklärt, daß er zwei Mal vor den Richtern erschienen sei, und zwar vor allem deshalb, weil es eine neue Art von Rechtsstreit ist und es kein Beispiel dafür gibt, daß ein Bischof dieses Sitzes bei uns verhört wird. Wir wollten, was übrig blieb, der Stadt gemäß eurem Befehl und Willen den Frieden zurückgeben, eine Sache, die unserem Vorsatz befreundet ist und zum Glück eurer Zeiten passt, weil wir die Verwirrung einer so großen Stadt fürchten und verabscheuen. Wir haben unsere Kollegen ein zweites Mal zum erlauchtesten Senat geschickt und mit den Worten des Apostels gemahnt: ‘Soviel an euch ist, haltet mit allen Menschen Frieden und übt nicht selbst Vergeltung, meine Lieben, sondern laßt dem Zorn Raum.’ Geschrieben steht auch: ‘Mein ist die Rache, ich vergelte, spricht der Herr.’ Wir haben es auch nicht an der Ermahnung der Kleriker fehlen lassen, denen wir der Ordnung gemäß zu Hilfe kommen wollten. Sie aber haben heilsame Mahnungen verachtet.
Und deswegen wird es die Aufgabe eurer Herrschaft sein, nach dem Willen Gottes für die Wiederherstellung der Kirche und der römischen Bürgerschaft (civitas) und für die Ruhe der Provinzen zu sorgen. Jetzt bitten wir, daß ihr unseren Gebrechen und unserer Schwäche als treue Herren zu Hilfe kommt, weil die einfache Art (simplicitas) von Priestern der weltlichen Verschlagenheit nicht gewachsen ist und wir die Todesfälle unter uns und die Rom eigentümlichen Gefahren nicht länger ertragen können. Gestattet uns vielmehr durch euren höchst erwünschten Befehl, daß wir zu unseren Kirchen zurückkehren dürfen, weil es nach dem, was wir errichtet haben, nichts mehr gibt, was von uns verfügt werden kann.

Und mit anderer Hand:

Wir wünschen euch Heil, Herr und Herrscher (domine princeps)!